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Frankfurt diary - your guide to bits and bytes of cultural life
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Frankfurt new diary

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Toll Ffm

 Added on 07. 09. 2009 by stbeck [206]

Auf dem Blumenkasten in der Fahrgasse steht "Toll ffm - Galerie für zeigenössische Kunst". Das könnte man leicht für Werbung einer der umliegenden Galerien halten, wenn nicht der Betonkübel die Galerie selbst wäre. Darin ist Kunst zu sehen oder findet Kunst statt.

Eine schöne ironische Geste, denn die meisten Galerien sind nichts als Kisten, in denen zeitweilig Kunst deponiert wird.

Die gleiche Ironie durchzieht das Beiblatt, das ich neben dem Kübel aufgelesen habe. Darin kommt das gesamte abgedroschene Vokabular vor, das Kunsträume gern verwenden. Dynamisch, unkonventionell, experimentell, unkommerziell, permanenter Austausch und interkultureller Dialog. Als "Kommentar zum bestehenden etablierten Galerienwesen in Frankfurt", wie ich weiter lese. Klasse.

Folglich habe ich dieses Galerienwesen am Abend des 15. Saisonstarts (4.9.09) konsequent ignoriert und bin gleich weiter zu Familie Montez ("The City Loves You"), wo ich auch rein gar nichts gesehen habe.

Toll Ffm
Vor der Fahrgasse 12
60311 Frankfurt
http://tollffm.blogspot.com/

Toll Ffm is a new art project from a big flower pot.

Pic: Toll Ffm

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Abschlußausstellung Sommer Ateliers 2009

 Added on 25. 08. 2009 by stbeck [205]

Nach zwei Monaten gemeinsamer Arbeit gingen die Sommer Ateliers bei Familie Montez mit einer Abschlußausstellung am 23.8. 09 zu Ende.

Ich war nicht wenig erschrocken ob der musealen Präsentation. Da half auch ein Sofa zwecks "Auflockerung" (M.Macke) wenig.

Mich störte weniger die Ausstellung als die Tatsache, daß in ihr die vorherige Werkstattsituation nicht mehr sichtbar wurde. Dabei war genau die das spannende an dem ganzen Projekt. Künstler ganz unterschiedlicher Herkunft und Herangehensweise hatten zwei Monate in den Hallen von Familie Montez zusammen gearbeitet. Das gabs noch nie in Frankfurt. Nun war der Bruch perfekt.

Wenn dann der Mirek Macke meinte, er hätte den Künstlern, in ihrer Verschiedenheit (manche von ihnen Laien) eine echte Ausstellung bieten müssen, als Belohnung oder Kompensation, so mündete das in blosser Simulation. Hier wurde Kunst gespielt ohne sich ihres Als Ob bewußt zu sein.

Der Riß zwischen hoher und niederer Kultur, zwischen Laien und Experten, Hobby und Profession, Distinktion und Konvention kann nicht dadurch aufgehoben werden, in dem man alle zusammen in das Format der Hochkultur überführt, die Ausstellung.

Nur das Einhalten in kritischer Reflektion hätte hier Heilung vollbracht, nach Bourdieu "jene sakrale Schranke niederzureißen, die legitime Kultur zu einer seperaten Sphäre werden lässt, um zu jenen intelligiblen Beziehungen vorzudringen, die scheinbar isolierten Optionen: für Musik und Küche, Malerei und Sport, Literatur und Frisur..."

Stattdessen haben die am wenigsten Privilegierten sich in dem Format aufgehoben, das erst ihren Ausschluß begünstigt.

Last day of Familie Montez Summer Studios. Group show of all artists involved in the project.

Pic: Abschlußausstellung Sommer Ateliers 2009

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Wiedersehen mit dem Kunstverein

 Added on 13. 07. 2009 by stbeck [204]

Ich war seit einigen Jahren nicht mehr im Kunstverein. Und das ging etlichen so, die ich letzten Donnerstag zur Eröffnung der Ausstellung "Gemeinsam in die Zukunft" traf. Die erste Präsentation des neuen Direktors Holger Kube Ventura.

Das Interim Chus Martinez ging spurlos an mir vorüber. Wie auch die letzte Zeit von Schafhausen.

Vor der Hand lässt sich noch kein neuer Ansatz in der gegenwärtigen Ausstellung entdecken. Ja, es ist politisch. Das soll ein Faible von Kube Ventura sein. Eigentlich sah der Kunstverein aus wie immer; hübsch und nett mit Kunst dekoriert. Nun ja, das Geld fehlt wohl für gewaltige Inszenierung.

Inwieweit ist das Motto Programm? Gemeinsam in die Zukunft? Wir zusammen mit dem Kunstverein? Davon konnte ich nichts bemerken. Ebenso fand ich - beim flüchtigen Durchsehen zugegeben - keine Arbeit, die in irgendeiner Form die Besucher mit einbezog, Gemeinsamkeit herzustellen suchte. Als Besucher blieb ich weiter aussen vor, blieb Rezipient.

Wieviel netter wars doch dann ein paar Tage später bei Lola Montez. Auf der Couch sitzen, mit der Künstlerin reden. Und schwups kam noch eine Bekannte vorbei, die uns in ein Gespräch über Kinderwünsche verwickelte. Das kriegt der Kunstverein nicht hin. Wozu brauch ich ihn dann noch?

First show with new director of Frankfurter Kunstverein.

Pic: Wiedersehen mit dem Kunstverein

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